Voten aus der Fraktion zur Einwohnerratssitzung vom 10. Mai 2021

Baukredit Hochwasserschutzmassnahmen am Stadtbach (Dani Ballmer)

D’Vorlag isch e technokratischi Sofortmassnahm, puri Symptombekämpfig. Sie isch churzfristig nötig und kompetänt vorbereitet, drum stimme mir Grüene eistimmig zue. Aber sie döf ned s Letschte sii, wo i dere Sach passiert.

Dass d Entwässerig vo üsere Stadt nümm längt, wenns es heftigs Starkräge-Ereignis git, isch e diräkti Uswirkig vo zwoi grössere, mönschgmachte Problem:

Erstens vode Klimaerwärmig. Je wärmer d Luft isch, desto meh Füechtigkeit cha sie ufnäh. Das heisst, dass es künftig sältener rägnet – aber wenns rägnet, denn chunnt dütlich meh abe. Dürre und Starchräge göhnd Hand in Hand, und beides nimmt bi üs zue.

Zwoitens sorge mir mit üsere Landnutzig defür, dass das Wasser, wo abechunnt, viel schnäller abflüüsst. Mir händ im letzte Johrhundert vill Flächene mit Asphalt und Beton unnötig versieglet. Aber scho vill früecher hämmer üsi natürliche Wasserspiicher rundume dezimiert:  Füechtgebiet trochegleit, Fluss- und Bachbett iigängt, s riiche Wurzelwerch vo alte Wälder dur Fichte-Monokulture ersetzt. Üsi Landschaft isch mol e Schwamm gsii, hüt isch sie vielerorts e Wasserrutschbahn.

Üs muess bewusst sii, dass mer mit eme bessere Abfluss düre Stadtbach d Problem vo üsem Wasserhushalt ned löse. Mir schütze Aarau vor überschwemmte Chäller und fülle stattdesse d Chäller flussabwärts, vo Rupperswil bis Rotterdam. Und alles Wasser, wo mer düre Stadtbach schnäll loswärde, fehlt ide nöchste Trocheziit ide Landwirtschaft.

Was mer langfristig bruuche, isch ned eifach e breitere Stadtbach. Mir bruuche e Landschaft, wo s Wasser wieder besser spiicheret. Mir bruuche meh Füechtgebiet, meh arteriichi Wiese oberhalb vom Siedligsruum. Mir bruche meh Schwemmwiese und breiteri Gwässerrüüm underhalb vom Siedligsruum. Und im Siedligsruum müemmer verhindere, dass d Fehlplanige vode letschte Johrzähnt verschärft wärde. Es döf nümm sii, dass e Parkplatz wieder vollständig teeret wird, wenn mer ne genauso guet mit Rasestei oder Chies chönnt aalegge. Es döf nümm sii, dass e Terrassehuus-Siedlig kes Retentionsbecki het, oder dass en Überbouig weder Bäum no e Teich beinhaltet. Es döf nümm sii, dass Flachdächer möglichst wenig Wasser spichere. Und es döf nümm sii, dass Restflächene im Strassebou eifach teeret wärde, wells churzfristig s Eifachste isch.

Mir hoffe, de Stadtrot nimmt die Vorlag zum Alass für e en umfassendi städtischi Wasserhushalts-Strategie. Mir händ üs ide letschte Johrhundert überall meh Land gnoh, als üs zuestoht – im Siedligsruum, im Forst und ide Landwirtschaft. Wenn mer über die nöchste 30, 40 Johr es moderats Stückli devo wieder abgähnd und mitem Rest schonender umgöhnd, schützemer eus vor Überschwemmige und Dürre, schaffe es agnähmers Stadtklima und fördere grad au no d Biodiversität. Aber mir müend üs zersch emol d Müeh mache, ned nur d Wasserdynamik vom Stadtbach ganzheitlich azluege, sondern d Wasserdynamik vode ganze Stadt.

Daniel Ballmer

Einwohnerrat, Vorstand
Daniel ist Umweltwissenschafter, spielt gerne Theater und wohnt im Damm.

Jahresbericht 2020 (Petra Ohnsorg)

Die Grünen Aarau stellen fest, dass die Stadt Aarau nicht nur gute Einnahmen hatte. Wir verfügen auch über eine schlanke Verwaltung, die offenbar tatkräftig und motiviert unterwegs ist. Das wissen wir zu schätzen. Vielen herzlichen Dank an alle für ihren Einsatz für Aarau und uns!

Drei Punkte, die uns besonders wichtig sind:

Finanzen allgemein: Wir sind sehr froh, dass die Rechnung so positiv ist und danken allen Beteiligten für ihren Einsatz! Einen Makel hat das gute Ergebnis: kaum da, wird es schon missbraucht, um wieder einmal das Thema Steuerfuss zu lancieren. Das ist ein running gag, der uns dieses Jahr ganz besonders befremdet – angesichts der speziellen und unsicheren Situation mit der Pandemie. Wir hoffen sehr, dass auf diese absurde Forderung nicht eingegangen wird und sind zuversichtlich, dass unsere Verwaltung weiterhin mit unternehmerischem Sachverstand plant und agiert und das gute Ergebnis für wichtige Investitionen und für die erwarteten Ausfälle zur Seite legt.

Legislaturziele (u.E. nach wie vor zu wenig beachtet im Jahresbericht): Die Legisatur­ziele 1, 6 und 7 haben bis heute an Wichtigkeit und Aktualität nicht eingebüsst. Sie stehen in engem Zusammenhang mit der Klimastrategie oder decken sich sogar mit den Zielen der Klimastrategie – und inzwischen ist ja praktisch allen bewusst, dass die Verfolgung dieser Strategie von existentieller Tragweite ist. Wenn wir diese Legislaturziele aber wirklich erreichen wollen, dann braucht es einen grösseren Effort, welcher über die Jahresziele hinausgeht. Beim Jahresziel zu den 2000-Watt-Arealen ist dies offenbar der Fall, da verschiedene Areale Teil einer Studie

PG 41: Die neuen Zahlen zur FuSTA gehen auf unsere WOSA-Motion zurück -bei dieser Gelegenheit möchte ich Stadtrat und Verwaltung nochmals für die konstruk­tive Aufnahme und die neuen Zahlen danken.  Zum Beitrag an die Erziehungsberech­tigten, die in der Rechnung aufgeführt ist, ist folgendes zu sagen: Einerseits verspüre ich eine gewisse Genugtuung. Das, was ich an dieser Stelle schon mehrmals prophezeit hatte, ist eingetroffen: es wurde viel weniger Geld für die Kinderbetreuung ausgegeben. Aber glücklich macht mich diese Genugtuung natürlich gar nicht. Seit 2010 haben wir nie mehr soo wenig Geld ausgeben -damals hatten wir noch kein Kinderbetreuungsgesetz. Mit anderen Worten: ein «Schämmer» für eine Stadt wie Aarau. Immerhin wurde in der Verwaltung erkannt, dass dies wenig mit der Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu tun hat. Dementsprechend erwarten wir Grünen jetzt wirklich schnelle Korrekturen.

Petra Ohnsorg Matter

Fraktionspräsidentin, Co-Präsidentin Aarau Mobil
Petra ist Archäologin und wohnt im Zelgli.