Votum von Martina Niggli zur Auflösung der KSAB
Geschätzte Anwesende
Die Auflösung der KSAB ist nun Tatsache. Als Mit-Initiantin der Motion „Wie weiter mit der KSAB?“ möchte ich betonen, dass wir darin keine explizite Auflösung der KSAB, sondern eine Überprüfung der Situation gefordert haben. Dass die Diskussionen dermassen eskaliert sind, zeigt, wie emotional und komplex das Thema ist. Doch jetzt, wo die Auflösung beschlossen ist, geht es nicht primär um Rückblick, sondern darum, gemeinsam die Zukunft der Schule Aarau zu gestalten. Wir haben den Prozess angestoßen – jetzt tragen wir auch die Verantwortung, ihn konstruktiv weiterzuführen.
Ich bin kein Fan von Schuldzuweisungen, trotzdem möchte ich als unterdessen ehemalige Kreisschulrätin ein paar Worte loswerden: Seit 7 Jahren kommen überwiegend von rechts Angriffe auf die KSAB. Gefühlt jede Handlung, jeder progressiver Fortschritt, den die Schulvorstand in Angriff nehmen wollte, wurde entweder medial oder mittels einer Anfrage oder Motion kommentiert, zerlegt und verurteilt. Ich durfte oder musste dies in den letzten 2 Jahren als Kreisschulrätin miterleben und kurz zusammengefasst: es war nicht nur unschön, es war auch in höchstem Masse unfair. Zudem auch zutiefst unehrlich, denn ich bin mir ziemlich sicher, dass die Auflösung der KSAB das eigentliche Ziel war – und doch hatte man von rechter Seite nicht den Mut, diese Auflösung auch ausdrücklich zu fordern.
Die Auflösung der KSAB ist nun Tatsache. Auf uns warten gewaltige Herausforderungen. Es müssen komplett neue Strukturen definiert und aufgebaut werden, gleichzeitig muss sich die Schule endlich strategisch weiterentwickeln. Auf diesem Weg müssen Mitarbeitende, Kinder und Eltern abgeholt und mitgenommen werden. Es muss sichergestellt werden, dass trotz dem Chaos im Hintergrund, das Wichtigste, nämlich der Schulbetrieb, einwandfrei funktioniert und die Kinder nicht unter politischen Entscheiden leiden. In diesem Zusammenhang ist es enorm wichtig, dass die Fluktuation sowohl in der Verwaltung als auch bei den Lehrpersonen eingedämmt werden kann und die Schule Aarau wieder eine attraktive Arbeitgeberin wird. Über die Sommerferien musste, trotz wahnsinnig vielen Unbekannten, ein Budget erstellt werden, und dafür möchten wir den Beteiligten bereits danken.
Für den Blick nach vorne ist nun die wichtigste Zutat: Ruhe! Die Verwaltung muss in Ruhe arbeiten können, um ihre Ressourcen zielgerichtet einsetzen zu können. Es braucht jetzt nicht zig Anfragen zu Themen, welche noch gar nicht bekannt sind und aufgrund der kurzen Zeitspanne seit dem Auflösungsentscheid auch noch gar nicht bekannt sein können. Deshalb mein Appell: Geben wir der Schule Aarau die notwendige Zeit, sich neu aufzustellen. Lassen wir sie wachsen und gedeihen!